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Künstler hautnah - heute mit Dr. Tanja Schustereit

Aktualisiert: 1. Juli

Wir möchten bei waschechten Künstlern aus ganz Deutschland Mäuschen spielen und dir zeigen, wie vielfältig und bunt das Leben als Künstler/in sein kann, welche Höhen und Tiefen sie durchleben und was echte Künstler/innen sonst noch umtreibt. DIE Gelegenheit für dich, ein wenig Künstlerluft zu schnuppern. Viel Spaß beim Interview mit der Künstlerin Dr. Tanja Schustereit!

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Wer bist du und welche Kunst machst du?

Aufgewachsen bin ich in Überlingen am Bodensee lebe aber schon seit 2005 in Stuttgart.

Ich male Bilder mit Alkoholtinte und erstelle Mixed-Media Werke, bei denen aber auch immer ein mit Alkoholtinte gestalteter Teil enthalten ist.


Wie und wann bist du zur Kunst gekommen?

Gemalt habe ich schon als Kind und Jugendliche gerne. Nach dem Abitur habe ich mich für ein Innenarchitektur-Studium beworben und bin an der Kunstmappe gescheitert. Danach habe ich viele Jahre überhaupt nicht mehr gemalt.

Anfang 2020 habe ich einen Handlettering-Workshop besucht, bin dann jedoch recht schnell über Aquarell Video-Tutorials auf die „Fluid Art“ und „Alcohol Ink Art“ gestoßen.

Diese Farben haben mich sofort fasziniert. Durch den nur begrenzt steuerbaren Fluss der Alkoholtinten entstehen einzigartige abstrakte Bilder und ich wollte unbedingt so ein Bild für unser Wohnzimmer gestalten. Seitdem lässt mich dieses Medium nicht mehr los und es sind viele weitere Bilder entstanden, welche ich seit Sommer 2020 unter dem Namen „TanSch ART“ zeige.



Was waren deine ersten Materialien, die du gekauft oder geschenkt bekommen hast?

Für meine ersten Alkoholtinte-Bilder habe ich ein 3er-Set an Alkoholtinten von Octopus Fluids und Yupo Papier gekauft, die Sammlung ist dann aber sehr schnell gewachsen.


Dein erster Verkauf / deine ersten Einnahmen als Künstlerin?



Meine ersten Einnahmen mit der Kunst hatte ich durch eine Arbeitskollegin und Freundin. Sie war 2020 auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk für Ihre Mutter. Besonders freut mich, dass Sie TanSch ART schon von Anfang an begleitet und inzwischen sogar schon mehrere Werke erworben hat.


Welches ist dein Lieblingskunstwerk?


Mein Lieblingsbild ist dieses abstrakte Werk in Petrol, Grün und Schwarz mit Gold. Es ist in der gleichen Farbgebung gestaltet, wie mein Wohnzimmerbild, mit dem TanSch ART begann.

(hier rechts)



Was war deine größte künstlerische Herausforderung?

Es gibt so viele verschiedene Techniken und ich möchte am liebsten alle lernen. Besonders fordern mich die „Ripples“ und „Rosen“; dünne Linien, die man mit langsamen Bewegungen in dieselbe Richtung bzw. kreisförmig formt, dabei muss die richtige Menge an Alkohol, Tinte, der richtige Abstand und Luftstrom eingehalten werden um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten. Ich bin kein geduldiger Mensch und diese Techniken erfordern Geduld.



Was war dein größter Schattensprung?

Mich bei einer Messe anzumelden und meine Kunst öffentlich zu zeigen und damit direkte Reaktionen von Personen zu erhalten. Glücklicherweise waren die Reaktionen sehr positiv, sodass es mich bestärkt hat mit TanSch ART weiterzumachen.


Dein größter Fail?

Eine zu genaue Vorstellung von dem fertigen Bild zu haben. Ich habe schon öfter Bilder schrecklich gefunden, nur weil ich es mir anders vorgestellt hatte. Da hilft es mir das Bild wegzulegen, eine Nacht darüber schlafen und es dann nochmal ohne Vorstellung und mit Offenheit anzuschauen. Manche der „Fails“ wurden dann sogar richtige Favoriten.


Was war dein schönster Marmeladenglas-Moment?


Da gibt es sogar drei:

Der erste, als ich April 2021 mein erstes, nach einer Skizze vom Kunden umgesetztes Bild fertig gerahmt an der Wand gesehen habe und er gesagt hab „Wow, genau so habe ich es mir vorgestellt“. Und dann als er mich vor ein paar Wochen beim Art Walk besucht hat und gesagt hat „Ich freue mich immer noch jedes Mal daran, wenn ich es anschaue!“

Der zweite, als meine Familie extra vom Bodensee nach Stuttgart gefahren ist, um mich auf meiner ersten Messe als Aussteller zu besuchen.

Der dritte ist eigentlich kein Moment, sondern viele Momente, in denen ich die Unterstützung von meinem Freund bekomme. Beim Aufbau von Ständen, beim Standdienst, wenn er Kunden begeistert erklärt wie ich in unserer Wohnung male oder er als Fotograf herhält und unzählige Fotos von mir und meinen Bildern knipst bis ich zufrieden bin. Ich bin so dankbar dafür.

Wenn du alles erreichen könntest, wo siehst du dich in 5 Jahren?

Eine kleine Galerie mit Platz zum Malen, Ausstellen und um Kunden zu empfangen wäre schön. Ein Ort, an dem ich große Formate gestalten und entsprechend präsentieren kann und sich diese dann auch gut verkaufen.


Dein wichtigster Tipp an andere Künstler

Vergleich Dich nicht mit anderen, sondern schau Dir nur Deine eigenen Fortschritte an.

Hab keine zu festen Vorstellungen an die Umsetzung eines Bildes und betrachte auch Deine eigenen Werke mit Offenheit.


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Wenn du mehr über Tanja und ihre aktuellen Werke erfahren möchtest, besuch sie gerne auf Instagram oder schau auf ihrer Website vorbei!


Auch nächste Woche stellen wir hier auf unserem Blog wieder neue Künstler vor! Wir freuen uns, wenn du dabei bist! Es bleibt spannend!


Eure Luna


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